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Projekt

Green-Turbo-Jet

Anschaffung eines ferngesteuerten Jets zur Durchführung von Schulungs- und Öffentlichkeitsveranstaltungen im Bereich der unbemannten Luftfahrt, sowie zur Erprobung von klimafreundlichem HVO 100 Kraftstoff am Air Park Leck

Projektträger: Bürgerstiftung Klixbüll
Projektgesamtkosten: 19.191,71 €Brutto
Fördersumme: 15.353,37 € (Regionalbudget)
Vorstandsbeschluss: 3.März 2026
Projektziele:

  • Einsatz erneuerbarer Energien oder Einsatz neuer Verfahren und Konzepte zur Wärmeversorgung
  • Vernetzung von Bildungsangeboten, insbesondere mit der Wirtschaft Verbesserung der touristischen Infrastruktur
  • Neue (digitalbasierte) Arbeits- und Geschäftsmodelle für die Region

Projektbeschreibung

Ausgangslage

Derzeit wird Forschung mit Drohnenbezug in Südtondern durch die UAM-InnoRegion-SH [UAM = Unmanned Air Mobility], als auch die Konzeption eines Drohnen-Kompetenz-Zentrums am Air Park Nordfriesland aus Bundesmitteln gefördert. Sämtliche Initiativen stehen in voller Übereinstimmung mit der Advanced-Air-Mobility-Strategie Deutschlands. Die Advanced Air Mobility-Strategie des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV), vorgestellt im Dezember 2024, zielt darauf ab, Deutschland als führenden Standort für innovative, elektrische Flugtaxis und Drohnen zu etablieren. Sie fördert klimafreundliche, automatisierte Luftmobilität für Güter und Personen, um urbane und ländliche Regionen effizient zu vernetzen.

Als regional verwurzelte Projektträgerin möchte die Bürgerstiftung Klixbüll hier ansetzen und als „first-mover“ mit der Anschaffung eines ferngesteuerten Jets, dem Green-Turbo-Jet (GTJ), manuellen autonomen Flugbetrieb demonstrieren. In diesem Rahmen soll der GTJ zu Demonstrations- und Ausbildungszwecken, aber auch zur Erprobung von grünem HVO 100 Kraftstoff genutzt werden. Der Treibstoff HVO 100 stellt ein Dieseläquivalent auf Basis von Bioabfällen dar. Die Abkürzung steht dabei für 100% Hydrotreated Vegetable Oil, ohne Palmöle. Im Vergleich zu fossilem Diesel verspricht der Kraftstoff CO2 Einsparungen von etwa 90%. Aufgrund seiner Beschaffenheit, kann HVO 100 Kraftstoff 1 zu 1 Dieselkraftstoff ersetzen und somit auch in Kommunalfahrzeugen oder Landmaschinen eingesetzt werden, was ein enormes CO2-Einsparpotential bietet. Auf diesen Zusammenhang soll mit dem GTJ-Projekt hingewiesen werden.

Der Betrieb des GTJ erfolgt am Air Park Nordfriesland, wo er auch „stationiert“ wird, um die Qualifikation von Fernpiloten über das Maß der bisherigen Fernpilotenzeugnisse zu erhöhen. Dieses Angebot steht auch den Drohnenpiloten der Feuerwehren zur Verfügung. Hierdurch wird die Flugsicherheit der Drohnenluftfahrt nachhaltig erhöht.

Projektziele / Entwicklungsziele

Der GTJ ist aufgrund seiner aerodynamischen Auslegung den bekannten batterie-elektrischen Kopterdrohnen in Bezug auf die Fluggeschwindigkeit und die Windresistenz weit überlegen, was besonders bei nordfriesischen Wetterbedingungen relevant ist. Mit Blick auf eine zukünftige kommerzielle Nutzung von unbemannten Drohnen in der Region, beispielsweise zur medizinischen Versorgung der Inseln und Halligen, stellt dies einen enormen Vorteil in Bezug auf die Durchführungswahrscheinlichkeit von Einsätzen dar.

Das Green-Turbo-Jet-Projekt zielt darauf ab, einen aus dem Modellbau bewährten Jet-Airframe anzuschaffen. Als Größe wird zwischen 2,60m und 3m Rumpflänge, maximales Abfluggewicht 25kg und eine Schubklasse von etwa 20kg anvisiert.

Um Erkenntnisse und Hintergründe des GTJ-Projektes adäquat zu transportieren, werden verschiedene Schulungs- und Öffentlichkeitsveranstaltungen durchgeführt und begleitet. Zum einen soll das Projekt über die UAM-InnoRegion einem breiten Fachpublikum vorgestellt werden, daneben soll der GTJ im September 2026 Teil der „Flight-Test-Convention“ des „Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt“ am Flugplatz Leck, sowie dem Drohnenbarcamp von Hamburg Aviation/Windrove und der UAM-InnoRegion sein. Zudem werden jährliche Veranstaltungen durchgeführt zu denen Fachpublikum, aber auch Flugmodellsportler der Region angesprochen werden, in denen vertiefte Theorie und Flugpraxis vermittelt werden.

Wirkung der Maßnahme

Besonders wichtig erscheint die große Bandbreite friedlicher Einsatzmöglichkeiten für unbemannte Drohnen, z.B. für Infrastrukturinspektionen (Windkraftanlagen, Offshore-Anlagen, Stromtrassen, Brücken, Gebäude), Logistik im Nahbereich (Transport von Ersatzteilen, eilige Lieferungen in schwer zugängliche Gebiete), Landwirtschaft (Precision Farming) – Monitoring, Schadstellenanalyse, effiziente Ressourcennutzung, Küstenschutz & Umweltmonitoring – Deichkontrolle, Wattenmeer-Überwachung, Naturschutz, Katastrophenschutz & Gefahrenabwehr – Lageerkundung bei Bränden, Hochwasser oder Unfällen, Such- und Rettungseinsätze (z. B. in Küsten- und Offshore-Bereichen), Vermessung & Kartierung (Bauprojekte, Flächenplanung, Infrastrukturentwicklung), Tourismus & Standortmarketing (mediale Aufbereitung, Monitoring von Besucherströmen) und Forschungs- und Entwicklungszwecken im Bereich autonomer Flugsysteme

Diese Anwendungen dienen der wirtschaftlichen Entwicklung, der Erhöhung von Sicherheit und Effizienz sowie dem nachhaltigen Einsatz moderner Luftfahrttechnologien in der Region.