Projekt
Stärkung der Qualität der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit durch Beteiligung, Demokratiebildung und Gewaltschutz
Förderung einer Personalstelle als Referent / in für Beteiligung und Gewaltschutz von Kindern und Jugendlichen
Projektträger: Kreisjugendring Nordfriesland e.V.
Projektgesamtkosten: 137.613,45 €Brutto
Fördersumme: 79.265,35 €
Vorstandsbeschluss: 25.August 2026
Projektziele:
- Förderung von Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe für alle in der Region
- Stärkung des Vereinswesens (Sport, Freizeit, Kultur) in der Region
- Aufbau und Unterstützung von Strukturen zur Qualifizierung und Stärkung des Ehrenamtes
- Umsetzung von Bildungsangeboten unter Einbeziehung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Projektbeschreibung
Ausgangslage
Die Projektidee entstand aus den Erfahrungen des Kreisjugendringes Nordfriesland e.V. in der Beratung von Vereinen, Verbänden und Kommunen sowie aus dem regelmäßigen Austausch mit Ehrenamtlichen, jungen Menschen und weiteren Akteurinnen und Akteuren der Kinder- und Jugendarbeit. Dabei wurde deutlich, dass sowohl bei der Umsetzung von Beteiligungsformaten als auch bei der Entwicklung von Schutzkonzepten und Handlungsleitlinien ein hoher Unterstützungsbedarf besteht.
Mit dem Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen (2025) sind Träger der Kinder- und Jugendarbeit verpflichtet, Schutzkonzepte vorzuhalten. Viele Ehrenamtliche in Nordfriesland sind überwiegend nicht pädagogisch geschult und äußern ein hohes Maß an Unsicherheit und Überforderung und wünschen sich hier fachliche Begleitung. Gleichzeitig besteht in vielen Kommunen der Wunsch, die ebenfalls gesetzlich verpflichtete Kinder- und Jugendbeteiligung auszubauen und dauerhaft zu verankern.
Kern des Projektes ist die Einrichtung einer auf 2,5 Jahre befristeten Fachstelle „Bildungsreferent:in für Beteiligung und Gewaltschutz“ beim Kreisjugendring NF in Breklum mit einem Stellenumfang von 30 Wochenstunden.
Projektziele / Entwicklungsziele
Ziel des Projektes ist die nachhaltige Stärkung der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit im Kreis Nordfriesland durch den Ausbau von Beteiligungsstrukturen, die Förderung demokratischer Teilhabe sowie die Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten.
Die Fachstelle berät und begleitet Kommunen, Vereine und Verbände beim Aufbau tragfähiger Beteiligungs- und Schutzstrukturen, entwickelt Qualifizierungsangebote und stärkt die kreisweite Vernetzung der Akteur:innen. Dadurch werden demokratische Kompetenzen junger Menschen gefördert, ehrenamtliche Strukturen professionalisiert und sichere Rahmenbedingungen in der Kinder- und Jugendarbeit geschaffen.
Zielgruppen des Projektes sind Kommunen, Vereine, Verbände, Jugendorganisationen sowie weitere Träger der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit. Kinder, Jugendliche und junge Menschen bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres profitieren von verbesserten Beteiligungsmöglichkeiten und sichereren Rahmenbedingungen.
Die Nachhaltigkeit des Projektes wird durch den Aufbau dauerhaft nutzbarer Beratungs- und Netzwerkstrukturen, die Entwicklung übertragbarer Materialien und Standards sowie die angestrebte Verstetigung der Fachstelle durch den Kreis Nordfriesland sichergestellt.
Wirkung der Maßnahme
Die neu geschaffene Fachstelle soll Kommunen und Träger der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit bei der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen zur Beteiligung junger Menschen gemäß § 47f Gemeindeordnung Schleswig-Holstein (Beteiligung von Kindern und Jugendlichen) sowie der Anforderungen des SGB VIII, insbesondere des Schutzauftrags bei Kindeswohlgefährdung (§ 8a SGB VIII), der Qualitätsentwicklung (§ 79a SGB VIII) und der gesetzlichen Verpflichtungen zur Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten zum Schutz junger Menschen vor Gewalt unterstützen.
Gerade ehrenamtlich getragene Organisationen verfügen häufig nicht über die notwendigen personellen und fachlichen Kapazitäten, um diese gesetzlichen Aufgaben eigenständig zu bewältigen. Die Maßnahme begegnet somit dem Mangel an fachlicher Unterstützung bei der Umsetzung gesetzlicher Anforderungen zur Kinder- und Jugendbeteiligung sowie zum Gewaltschutz.
Durch den Ausbau von Beteiligungsstrukturen werden insbesondere junge Menschen in ländlichen Räumen gestärkt und gleichberechtigte Teilhabemöglichkeiten geschaffen. Gleichzeitig leistet das Projekt einen Beitrag zur Bewältigung des demografischen Wandels, indem ehrenamtliche Strukturen langfristig gesichert, demokratische Mitwirkung gefördert und die Attraktivität des ländlichen Raums für junge Menschen durch sicherere Räume in den Vereins- und Organisationsstrukturen erhöht wird.
Das Vorhaben stärkt somit die soziale Nachhaltigkeit im ländlichen Raum, fördert gleichberechtigte Teilhabe, unterstützt das ehrenamtliche Engagement und trägt zur Entwicklung resilienter, demokratischer Gemeinschaften bei.
