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Projekt

Warftenkonzept Ockholm

Konzepterstellung als Handlungsanleitung der Kommune für den weiteren Umgang mit den historischen Warften im Gemeindegebiet.

Projektträger: Gemeinde Ockholm
Projektgesamtkosten: 59.500 €Brutto
Fördersumme: 40.000 € (ELER)
Vorstandsbeschluss: 28.April 2026
Projektziele:

  • Strategien zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Projektbeschreibung

Ausgangslage

Die Gemeinde Ockholm ist in besonderer Weise durch eine Vielzahl historischer Warften geprägt, darunter Diedrichswarft, Grünewarft, Eggenswarft, Redlefswarft, Christianswarft, Nordwarft, Fedderswarft, Kleine Gaarde, Große Gaarde, Kirchwarft, Tadenswarft, Peterswarft, Sönnenswarft und Süderwarft.

Diese Warften liegen sämtlich im bauplanungsrechtlichen Außenbereich. Aufgrund der geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen ist eine bauliche Entwicklung derzeit nur sehr eingeschränkt möglich; insbesondere die Aufstellung von Bebauungsplänen in diesen Bereichen wird aktuell nicht genehmigt. Die Projektidee ist vor dem Hintergrund entstanden, dass die Warften einerseits das Ortsbild und die Identität Ockholms wesentlich prägen, andererseits aber mittelfristig die Gefahr besteht, dass sie an Funktion verlieren, vorhandene Nutzungen wegfallen und einzelne Warften zu weitgehend ungenutzten Erhebungen („leeren Hügeln“) werden. Gleichzeitig zeigt sich in Gesprächen mit Eigentümerinnen und Eigentümern sowie in der kommunalpolitischen Diskussion, dass ein klarer Orientierungsrahmen für künftige Nutzungen, Erhaltung und mögliche Entwicklungschancen fehlt.

Bisher wurden einzelne Fragestellungen zu Bau- und Nutzungsmöglichkeiten vor allem einzelfallbezogen behandelt. Ein übergreifendes, strukturiertes Konzept zum Umgang mit allen Warften gibt es bislang nicht. Dadurch bleibt unklar, wie die historisch gewachsene Kulturlandschaft langfristig gesichert, sinnvoll genutzt und ggf. behutsam weiterentwickelt werden kann. Mit der Erstellung eines Warftenkonzeptes soll diese Lücke geschlossen werden. Das Projekt zielt darauf ab, die gesamtgemeindliche Perspektive auf alle Warften zusammenzuführen, den Bestand systematisch zu analysieren, rechtliche und fachliche Rahmenbedingungen zu klären und daraus eine umsetzungsorientierte Strategie abzuleiten, um Funktionsverluste und Leerstände zu vermeiden und gleichzeitig die Identität und Kulturlandschaft Ockholms zu stärken. Dies muss umso mehr gelten, da die jahrhundertealten Warften teilweise aus einer Zeit stammen, als die Eindeichung der nordfriesischen Köge erst begann und sie das damals einzig gängige Mittel gegen die Gefährdung vor Sturmfluten darstellten. Durch die verschiedenen (historischen) Deichlinien und die erhöhten Deiche ist die unmittelbare Gefährdung vor Sturmflutereignissen weitestgehend nicht mehr vorhanden, dennoch verdeutlichen die Warften sehr eindringlich, wie gefährlich das Leben seinerzeit an der Küste war. Gerade in den Zeiten des Klimawandels mit ansteigenden Meeresspiegeln und zunehmenden Starkwetterereignissen sind die Warften als jahrhundertealte Anpassungsmaßnahme an das Leben am Meer auch von einer besonderen kulturgeschichtlichen Bedeutung.

Projektziele / Entwicklungsziele

Übergeordnetes Ziel des Projektes ist die Sicherung und Weiterentwicklung der historischen Warften als prägende Elemente des Ortsbildes und der Kulturlandschaft der Gemeinde Ockholm. Dazu zählen:

  • Erarbeitung eines gesamtgemeindlichen Warftenkonzeptes, das alle relevanten Warften erfasst und für jede Warft ein Zukunftsbild formuliert (Bestand, Nutzung, Perspektive).
  • Erhalt und Stabilisierung der bestehenden Nutzungen auf den Warften sowie Vermeidung bzw. Reduzierung von Leerständen.
  • Klärung und dokumentierte Darstellung der bauplanungsrechtlichen Rahmenbedingungen und daraus abgeleiteter Entwicklungsoptionen (z.B. in Bezug auf Bestandssicherung, Umnutzungen, behutsame Weiterentwicklungen).
  • Entwicklung von Erhaltungsstrategien für die Warften als Kulturlandschaftselemente inklusive Empfehlungen zum Umgang mit baulichen und funktionalen Veränderungen.
  • Stärkung der ländlichen Identität und des Bewusstseins für das kulturelle Erbe bei Bevölkerung, Eigentümerinnen und Eigentümern sowie kommunalen Entscheidungsträgern
  • Beitrag zu einer nachhaltigen Ortsentwicklung, die Lebensqualität, Landschaftsbild und Nutzungsmöglichkeiten in Einklang bringt.
  • Modellhafte Ausgestaltung des Konzeptes, sodass wesentliche Inhalte und methodische Ansätze auf andere Warftengemeinden in der Region übertragbar sind.
  • Betrachtung zur Erhaltung der Warften hinsichtlich des Schutzes der Bevölkerung vor den Folgen des Klimawandels sowie Sensibilisierung für Klimaanpassungsstrategien

Wirkung der Maßnahme

Das Warftenkonzept wird als strategische Grundlage für künftige kommunale Entscheidungen, für die Zusammenarbeit mit Eigentümerinnen und Eigentümern sowie für mögliche Folgeprojekte in den Bereichen Erhaltung, Entwicklung, Klimaschutz und ggf. touristische oder kulturelle Nutzung dienen. Es stellt damit ein langfristig nutzbares Steuerungsinstrument dar. Durch die Einbindung der Bevölkerung und die transparente Aufbereitung der Ergebnisse soll Akzeptanz geschaffen und die Umsetzungschancen der vorgeschlagenen Maßnahmen erhöht werden.

Das Projekt nutzt dem ländlichen Raum, indem es einen geordneten und nachhaltigen Umgang mit einer spezifischen Kulturlandschaftsform entwickelt, Leerstand und Funktionsverlust vorbeugt, Identität stärkt und Impulse für die regionale Entwicklung (z.B. in den Bereichen Daseinsvorsorge, Kultur, ggf. sanfter Tourismus) setzt.

Das Ehrenamt wird insofern gestärkt, als lokale Initiativen, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger im Beteiligungsprozess eingebunden und ihre Kenntnisse sowie ihre Gestaltungswünsche berücksichtigt werden.